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Zu defensiv und zu wenig verbindlich – Gegenvorschlag Fangewalt

13. Januar 2026 – Die Luzerner Regierung hat den Gegenvorschlag für Die Mitte Initiative «Gegen Fangewalt» vorgelegt. Dieser präsentiert sich derzeit aus Sicht der Partei zu defensiv und zu wenig verbindlich. Denn wichtige Elemente der Initiative, wie beispielsweise die ID-Pflicht beim Zutritt oder ein gesetzlich verankertes Kaskadenmodell, werden nicht aufgenommen. Positiv sieht die Partei, dass der Regierungsrat den Handlungsbedarf anerkennt und einzelne sicherheitsrelevante Punkte aufnimmt. Die Mitte Kanton Luzern wird die anstehenden Detailberatungen in Kommission und Parlament aufmerksam verfolgen und anschliessend das weitere Vorgehen gemeinsam mit dem Initiativkomitee beraten und kommunizieren.

Zahlreiche Ausschreitungen rund um Fussballspiele haben Die Mitte Kanton Luzern dazu veranlasst, eine kantonale Volksinitiative zu lancieren. Die Initiative «Gegen Fangewalt» wurde im April 2024 mit über 4’500 gültigen Unterschriften beim Kanton Luzern eingereicht. Der Luzerner Kantonsrat hat in der September Session 2025 der Regierung den Auftrag erteilt, einen Gegenentwurf für die von der Mitte lancierte Volksinitiative «Gegen Fangewalt» auszuarbeiten. Der Regierungsrat hat diesen Auftrag nun ausgeführt und einen Gegenvorschlag präsentiert.

 

Wichtige Elemente fehlen

Die Mitte Kanton Luzern nimmt Kenntnis von der Botschaft 74 «Volksinitiative Gegen Fan-Gewalt und Gegenentwurf» und hat diese mit den wichtigsten Forderungen der Initiative abgeglichen. Dabei stellte die Partei fest, dass wesentliche Elemente für eine griffige Umsetzung der Initiative fehlen und sich der nun unterbreitete Gegenentwurf als zahnloser Vorschlag präsentiert.

Insbesondere fehlen bedeutende Bestandteile der Initiative wie eine Identitätspflicht beim Zutritt oder ein klar geregeltes Kaskadenmodell. Diese Elemente sind aus Sicht der Mitte zentral, um gewalttätige Einzeltäter wirksam zu identifizieren, Ausschreitungen zu verhindern und friedliche Sportanlässe sicherzustellen.

Der Regierungsrat beurteilt eine Identitätspflicht als «nicht wirksam» oder potenziell «kontraproduktiv» und verweist auf die fehlende nationale Koordination. Diese Einschätzung überzeugt Die Mitte nicht.

Der Bundesrat hält in seinem Bericht vom 22. Juni 2022 zur Bekämpfung des Hooliganismus ausdrücklich fest, dass freiwillige Identitätskontrollen und entsprechende Ticketlösungen präventive Vorteile haben können. In diesem Zusammenhang wird auch der EV Zug mehrfach als positives Beispiel erwähnt.

Abgeschwächter Status quo

Der nun präsentierte Gegenvorschlag bleibt in zentralen Punkten zu defensiv. Er schafft kaum neue, verbindliche Instrumente und geht an den Kernanliegen der Initiative vorbei. Insbesondere bei den Identitätskontrollen sieht Die Mitte ein klares präventives Potenzial, welches der Gegenvorschlag vollständig ausklammert. Auch bei den An- und Abreisekonzepten bleibt dieser hinter der Initiative zurück, da er sich auf eine blosse Absprache beschränkt. Einzelbewilligungen für Risikospiele, klare Bewilligungsauflagen für die Veranstalter sowie eine gesetzliche Grundlage für Videoüberwachung sind grundsätzlich sinnvoll. Diese Massnahmen entsprechen jedoch weitgehend bereits der heutigen Praxis und bringen aus Sicht der Mitte keinen entscheidenden Fortschritt.

Detailberatung ist massgebend

Die anstehende Detailberatung der Botschaft in Kommission und Parlament ist für die Partei entscheidend. Dort können noch wichtige Bestandteile gefordert und beschlossen werden, um dem Gegenvorschlag griffige Massnahmen zu verpassen. Erst nach Abschluss dieser Beratungen wird die Partei gemeinsam mit dem Initiativkomitee entscheiden, wie das weitere Vorgehen aussieht und ob am Volksbegehren festgehalten wird.

Für die Mitte ist klar: Sportanlässe – insbesondere Fussballspiele – sollen Freude bereiten, für Familien, Fans und die gesamte Bevölkerung. Damit dies möglich bleibt, braucht es klare und verbindliche Regeln. Sicherheit im Stadion und im öffentlichen Raum davor und danach ist Voraussetzung dafür, dass der Sport wieder im Zentrum stehen kann.

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