Bessere Anreize für Trafostationen gegen den Solarstau
In einem von Mitgliedern aller Parteien mitgetragenen Postulat forderten wir von der Mitte den Regierungsrat auf, zu prüfen, mit welchen bau- und planungsrechtlichen Anreizen Grundeigentümer motiviert werden können, in bebauten Gebieten Land für neue Trafostationen bereitzustellen. Denn die Energiewende mit dem Ziel Netto-Null 2050 erfordert einen massiven Ausbau der Photovoltaik. Schon heute stösst das lokale Stromnetz an einigen Orten an seine Grenzen: Neue Solaranlagen oder überschüssiger Solarstrom können dort mangels Trafokapazität oft nur verzögert oder gedrosselt ans Netz angeschlossen werden.
Der Kanton Luzern ist mit Solaranlagen die Nummer 1 in der Schweiz. Der Erfolg hat mittlerweile eine Konsequenz: In verschiedenen Quartieren laufen Trafostationen bereits am Limit. Neue Solaranlagen können dort häufig nur mit Verzögerung oder Drosselung in Betrieb gehen. Vielerorts kann wegen überlasteter Transformatoren kein zusätzlicher Solarstrom mehr eingespeist werden. Erst kürzlich gab es einen solchen Fall in Horw. Trotz Solarpflicht durften Hausbesitzer ihren Überschussstrom nicht abgeben. Das ist schlecht, denn es untergräbt die Glaubwürdigkeit der Energiewende.
Das Postulat zielt darauf ab, dieses Nadelöhr zu beseitigen. Der Regierungsrat soll prüfen, ob und wie Grundeigentümer mit bau- und planungsrechtlichen Anreizen bewegt werden können, Fläche für Trafostationen oder Quartierspeicher bereitzustellen. Denkbar wäre etwa, als Gegenleistung für einen Trafostations-Standort eine erhöhte Ausnutzungsziffer zu gewähren oder Steuervorteile anzubieten. Solche und weitere Optionen soll der Kanton Luzern unvoreingenommen analysieren.
Die Regierung anerkannte in einer Stellungnahme das Problem, betrachtete es aber als Ausnahme und beantragte daher, den Vorstoss nur teilweise erheblich zu erklären. Der Kantonsrat übersteuerte diesen Antrag an der Januarsession 2026 und überwies das Postulat voll erheblich. Eine Mehrheit des Kantonsrats möchte, dass der Regierungsrat mögliche Anreizmodelle prüft. Die Mitte-Fraktion begrüsst, dass das Problem angegangen wird. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass das Ziel Netto-Null 2050 des Kanton Luzerns nicht an solchen Engpässen im Stromnetz oder anderen vermeidbaren Problemen scheitert.