Mitte fordert sinnvollen Umgang mit Handys, kein kantonales Pauschalverbot
Mittels eines Postulats wurde von der SVP gefordert, ein pauschales Handyverbot für die Volksschule einzuführen. Die Mitte fordert einen sinnvollen Umgang mit Handys und Online-Inhalten und kein Pauschalverbot. Eltern brauchen Unterstützung – nicht nur in Erziehungsfragen, sondern auch beim Verstehen, was ihre Kinder online erleben und was dies bewirkt. Hier braucht es verstärkte Massnahmen vom Kanton.
Wir alle wollen nur das Beste für den Luzerner Nachwuchs: gesunde und kreative Kinder und Jugendliche – da sind wir uns einig. Aber wie wir dahin kommen, da gehen die Meinungen auseinander.
Ein kantonales Handyverbot für die Volksschule? Das klingt auf den ersten Blick verlockend, denn andere Kantone kennen dies bereits. Doch stellt dies eine Scheinlösung dar, denn die Probleme entstehen primär nicht im Schulzimmer, sondern zuhause. Die Inhalte auf dem Handy bekommen mehr Aufmerksamkeit als Hausaufgaben, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen und das reale Leben. Doch ist es nicht die Schule, die die Kinder mit Handys ausrüstet, sondern es sind die Eltern. Darum muss aus unserer Sicht auch bei den Eltern angesetzt werden. Eltern beschaffen die Geräte mit guten Absichten, allerdings mit teilweise dramatischen Folgen. Statt Abenteuer mit Freunden im Wald gibt’s GPS-Tracking im Quartier mit Alarmen, wenn vermeintlich sichere Zonen verlassen werden. Wir sind der Meinung, dass Kinder so nicht lernen, selbstständig die Herausforderungen des Lebens zu bewältigen.
Schulen und Gemeinden haben längst eigene, pädagogisch sinnvolle Lösungen für den Umgang mit Handys gefunden, darum braucht es keine kantonale Lösung.
Prävention und Bildung sind wichtig. Eltern brauchen Unterstützung – nicht nur in Erziehungsfragen, sondern auch beim Verstehen, was ihre Kinder online erleben und was dies bewirkt. Hier braucht es verstärkte Massnahmen vom Kanton.
Wir Erwachsene müssen uns aber selbst bei der Nase nehmen. Sind wir gute Vorbilder? Im Ratssaal, im Zug, im Bus, aber leider auch im Auto, auf dem Velo oder dem e-Trotti: überall ist das Handy stehts zur oder in der Hand. Man senkt die Köpfe nicht mehr in der Kirche, sondern vor dem Handy. Bei der Bildung und Prävention kann also nicht nur auf die jungen Eltern gezielt werden, sondern sie geht uns alle an.
Ein kantonales Verbot ersetzt keine Erziehung. Die ist Sache der Eltern und diese wollen wir unterstützen. Wir wollten den Vorstoss «teilweise Erheblich» überweisen, da wir eine einzelne Forderung des Postulanten nach mehr Prävention unterstützen. Da der Postulant aber ebenfalls eine teilweise Überweisung beantragt hat, und damit nur ein Verbot in der Schule und nicht auch auf dem Schulweg forderte, haben wir das Postulat ablehnen müssen. Die Regierung hat den Punkt der Prävention aber mitgenommen.